Melatonin – Das Schlafhormon

Melatonin - Das Schlafhormon

Inhaltliche Qualitätssicherung: Dr. rer. nat. Till Schumacher (Apotheker)

Melatonin ist für die innere Uhr des Menschen von größter Bedeutung. Das Schlafhormon ist unter anderem dafür verantwortlich, dass der Körper am Abend weiß, dass Zeit zum Ruhen gekommen ist.

Eine ausreichende Versorgung mit Melatonin ist entscheidend, damit der Körper während der Nachtstunden regenerieren und Kräfte für den kommenden Tag sammeln kann. Aufgrund unserer modernen Lebensweise kommt es heutzutage jedoch häufig zu einem Melatoninmangel, der sich vor allem durch anhaltende Müdigkeit und Erschöpfung äußert.

Im Falle eines Melatoninmangels ist eine Veränderung der Lebensgewohnheiten oder die Einnahme entsprechender Präparate notwendig, um den Biorhythmus wieder ins Gleichgewicht zu bringen

Das Schlafhormon: Was ist Melatonin?

Melatonin ist auch als das Schlafhormon bekannt und verantwortlich für den Tag-Nacht-Rhythmus des Menschen. Dieser wird auch zirkadianer Rhythmus genannt. Melatonin kommt auf natürliche Weise im menschlichen Körper vor und wird von diesem aus Serotonin produziert.

Das Schlafhormon signalisiert dem Körper während der Abendstunden, dass Zeit zum Ruhen gekommen ist. Auf diese Weise sorgt es für ein Ruhegefühl sowie einen gesunden Schlaf während der Nacht. Verschiedene Funktionen des Körpers werden heruntergefahren und regenerative Prozesse eingeleitet.

Während des Tages ist der Melatoninspiegel ungefähr drei- bis zwölfmal niedriger als während der Nacht. Der maximale Wert wird gegen 3 Uhr morgens erreicht, insofern der Körper während der Nachtstunden keiner intensiver künstlichen Beleuchtung ausgesetzt ist.

Wofür braucht der Körper Melatonin?

Melatonin ist nicht nur für die Regulierung des Schlaf-Wach-Rhythmus und damit die Regulierung der inneren Uhr verantwortlich, sondern auch für andere wichtige Prozesse im Körper.

Das Schlafhormon beeinflusst die Körpertemperatur, das Immunsystem, die Ausschüttung von Sexualhormonen sowie das Gedächtnis und Lernprozesse.

Ein Mangel an Melatonin im Körper führt unweigerlich zu Schlafmangel oder Schlafstörungen, welche wiederum mit zahlreichen verschiedenen Krankheiten in Verbindung gebracht werden. Da die Melatonin-Rezeptoren im gesamten Körper vorkommen, hat das Schlafhormon eine förderliche Wirkung auf viele Funktionen des Körpers und trägt zur Erhaltung der allgemeinen Gesundheit bei.

Dies sind die wichtigsten Aufgaben und Eigenschaften von Melatonin:

· Regulierung des Tag-und-Nacht-Rhythmus

· Linderung von Depressionen und Angstzuständen

· Regulierung des Fett- und Glukosestoffwechsels

· Mineralisierung der Knochen

· Hemmung von Krebs

· Entzündungshemmung

· Senkung des Blutdrucks

· Schmerzlinderung

· Steigerung der Fruchtbarkeit

· Erhaltung der Gesundheit des Gehirns

Wie wird Melatonin vom Körper produziert?

Das Schlafhormon wird vom Körper selbst hergestellt. Hauptsächlich wird es in der Zirbeldrüse (Epiphyse) im Gehirn synthetisiert, kleinere Anteile werden jedoch auch in der Netzhaut des Auges sowie im Darm hergestellt.

Die Menge der Ausschüttung von Melatonin geschieht in Abhängigkeit der Augen. Wenn Lichtwellen auf die Netzhaut treffen, wird die Bildung von Melatonin im Körper gehemmt. Blaue Lichtwellen, die im Sonnenlicht enthalten sind, aber auch von künstlichen Lichtquellen emittiert werden, unterdrücken die Produktion des Schlafhormons. Bei Dunkelheit wird dessen Ausschüttung dagegen angeregt. Sobald die Lichtwellen schwächer werden, nimmt die Produktion von Melatonin im Körper zu. Der Körper stellt das Schlafhormon aus Serotonin her, welches wiederum aus der Aminosäure L-Tryptophan hergestellt wird. Das freigesetzte Hormon dockt an Melatonin-Rezeptoren in den Blutgefäßen im Gehirn sowie einigen Zellen des Immunsystems an. Auf diese Weise wird dem Organismus bei Dunkelheit signalisiert, dass Zeit zum Ruhen ist und beispielsweise der Blutdruck gesenkt und der Energieverbrauch heruntergesetzt werden müssen. Auf diese Weise wird dem Körper das Einschlafen ermöglicht.

Die Beziehung von Melatonin, Serotonin und Tryptophan

Melatonin und Serotonin stehen in einer engen Beziehung zueinander, da deren Produktion in starker Abhängigkeit voneinander erfolgt. Ein großer Teil des körpereigenen Melatonins wird in der Zirbeldrüse aus Serotonin synthetisiert. Verfügt der Körper über zu geringe Serotoninspeicher, können dementsprechend auch nicht ausreichende Mengen an Melatonin produziert werden.

Serotonin wird auch als das Wachhormon oder das Glückshormon bezeichnet und vom Körper bei Tageslicht produziert. Es gilt als das körpereigene Antidepressivum und hat eine stimmungshebende, schmerzhemmende und entspannende Wirkung. Genau wie das Schlafhormon muss das Wachhormon vom Körper aus der Aminosäure Tryptophan selbst synthetisiert werden. Tryptophan hingegen kann vom Körper nicht selbst produziert werden und muss über die Ernährung aufgenommen werden.

Fazit

Melatonin ist für die Gesundheit und das Wohlbefinden des Menschen von großer Bedeutung. Ohne eine ausreichende Versorgung ist es dem Körper nicht möglich, sich während der Nachtstunden zu erholen und Kräfte für den folgenden Tag zu sammeln.

Da künstliches Licht die körpereigene Produktion des Schlafhormons hemmt, kommt es gerade bei Menschen, die während der Nacht arbeiten, häufig zu einem Melatoninmangel. Auch ältere Menschen und einige andere Personengruppen sind von Mangelerscheinungen überdurchschnittlich häufig betroffen. In diesen Fällen ist es wichtig, den Melatonin-Spiegel im Körper gezielt anzuheben, da es andernfalls zu unangenehmen Symptomen und sogar schwerwiegenden Krankheiten kommen kann. Melatonin-Präparate ermöglichen eine schnelle und effektive Erhöhung der Melatonin-Werte und bieten somit die Gelegenheit, den Biorhythmus wieder in sein natürliches Gleichgewicht zu bringen.